Archived entries for

Jehanne von Orléans

Um die historische Figur der Johanna von Orléans ranken sich viele Geschichten und Mutmaßungen. Kaum eine Frauenfigur hat solch ein heldenmütiges Ansehen erlangt wie diese. Literarische Werke gibt es unzählige, Bühnenfassungen für Sprechtheater und Oper ebenso. Mehrere Verfilmungen haben Weltbekanntheit erreicht. Und immer wieder wird versucht sich der Charakterisierung der Johanna anzunehmen.

Auch das Ensemble von jo.art hat bereits 2004 mit Stefanie von Poser eine eigene Bühnenfassung kreiert, die eine Collage aus den Originalprozessakten, den Monologen von Schiller und Musik von Franz Liszt waren. Sie wurde eine der erfolgreichsten Produktionen, die wir seit Gründung hatten.

Nun beschäftigen wir uns erneut mit den Originaltexten der Prozesse von 1431 und 1450/52 und präsentieren Ihnen am 11. September eine Szenische Lesung in zwei Teilen an einem Abend. Mit erweiterter Pause und anschließendem Beisammensein wird die Veranstaltung der diesjährigen SommerNachtsLesungen von jo.art.

Der erste Teil beginnt um 19.oo Uhr als Lesung der Verurteilungsprozesse von 1431. Mehrere männliche Sprecher repräsentieren die Richter, die die Befragungen durchführten. Die Schauspielerin wird "in der Rolle" die inquisitorischen Fragen beantworten. Untermalt wird der Prozessverlauf mit Musik.

Anschließend können Sie in einer ungefähr eine Stunde dauernden Pause

Gespräche führen und Austausch pflegen. Bei einem Glas Wein oder Sekt (oder unalkoholischen Getränken) und ergänzt durch kleine Imbisse können Sie die Atmosphäre genießen und mit den Darstellern sprechen.

Der zweite Teil, der die Rehabilitationsprozesse der Jahre 1450 und 1452 wiedergibt, bringt den wahren Intrigenverlauf der Verurteilungsprozesse ans Licht und beleuchtet somit einen geschichtlichen Hintergrund, der vielen Menschen lange nicht so bekannt ist, wie die Verurteilung und Verbrennung  Johanna von Orléans.

Die Figur der Johanna taucht auch hier wieder auf: Diesmal verköpert von der Tänzerin Anna Caviezel.

Weitere Informationen und Karten erhalten Sie auf unserer Internetseite:
SNL.jo-art.de


Empfehlungen zum Thema:

Giovanna d'Arco
von Giuseppe Verdi am Gärtnerplatztheater in München

Wer war Johanna von Orléans?
Dokufilm (Frkr. '07) auf arte

Elektra

Sie können sich nicht entscheiden, ob Sie alle SommerNachtsLesungen dieses Jahres oder nur einzelne besuchen möchten?
Natürlich möchten wir Sie gerne zu allen überreden; aber vielleicht haben Sie bemerkt, dass wir in diesem Jahr wieder zwei Lesungen im Programm haben, die schon in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgenommen wurden.
Da wäre einmal Hugo von Hofmannsthals Tragödie "Elektra". Die Kritik damals war voll des Lobes:

Münchner Merkur (Freitag, 14. September 2007)

"Elektra" in der Pasinger Fabrik
Mitreißender Dialog über Rachepläne

Pasing - Erst leise, dann schreiend laut, mal aufwühlend mal beruhigend. Stephan Joachims Stimme bestimmt den Raum während der Lesung von Hugo von Hofmannsthals "Elektra" in der Pasinger Fabrik und gibt eindrucksvoll den zerrissenen Charakter der Protagonistin wieder. Es beginnt mit dem Monolog der Elektra, in dem sie über den Tod ihres Vaters Agamemnon trauert. Dieser wurde, nachdem er aus dem Trojanischen Krieg zurückgekehrt war, von seiner Frau Klytaimnestra und deren Geliebten Aegisth ermordet. Elektra ist ganz besessen von dem Verlangen, den Tod ihres geliebten Vaters zu rächen.

Stephan Joachim liest den größten Teil alleine, in dem Stück sprechen nie mehr als zwei Personen, somit ist gut verständlich, welchen Charakter er gerade wiedergibt. Nur zum Ende tauch sein Kollege Oliver Marc Gilfert in der Rolle des Aegisth auf. Joachim ist der künstlerische Leiter der Theatergruppe "jo.art". Er versucht Musikalisches mit dem Theater zu verbinden. "Aus diesem Grund beeindruckt mich 'Elektra', die Sprache ist sehr musikalisch. Es gibt sehr wenig Interpunktion", erklärt Joachim. Das Interessante an der Lesung solcher Stücke im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Inszenierung sei die Tatsache, dass man nicht proben müsse. "Ich werde auch von der Stimmung des Publikums beeinflusst", erklärt der Künstler. Er lasse es kommen, wie es kommt.

Einer Theateraufführung gleicht seine Vorstellung trotz alledem. Man darf nicht an langweilige Lesungen denken, in denen ein Autor seinen Text herrunterrattert. Vor allem in dem mitreißenden Dialog zwischen Elektra und ihrer Schwester Chrysothemis, in der Elektra versucht, sie von ihren Racheplänen zu überzeugen, kommt die Wandlungsfähigkeit des Vortragenden zum Ausdruck. Er ist, von einer auf die andere Sekunde, glaubhaft ein anderer Charakter. Die Schwester lehnt ab, sie will nichts mit den Mordgelüsten ihrer Verwandten zu tun haben. Doch schließlich kehrt Orest zurück. Der totgeglaubte Bruder Elektras, der nach dem Tod seines Vaters Zuflucht in Phokis gesucht hat, hilft seiner Schwester beim Mord an der eigenen Mutter und dem Stiefvater. Am Ende bleibt die Frage, was wichtiger ist: Den Vatertod zu sühnen oder durch diese Tat einen Anlass zu weiteren Racheakten zu geben.

Oliver Marc Gilfert, der zum Schluss als sterbender Aegisth auftritt, kennt die Rolle gut, er hat sie bereits vor fünf Jahren bei der Inszenierung des Stückes gespielt. Ohne aufwändiges Bühnenbild und Effekten wird diese Lesung zu einem interessanten Erlebnis.  ...

Der fliegende Holländer

Die Verserzählung stammt von dem deutschen Dichter Julius Wolff, der am 16. September 1834 in Quedlinburg geboren wurde.

Julius Wolff
Als Sohn eines Tuchfabrikanten besuchte er das Gymnasium in Quedlinburg. Es folgten Studium derJulius Wolff Philosophie und Wirtschaftswissenschaften in Berlin und mehreren Bildungsreisen. Danach übernahm er das Geschäft seines Vaters, das er jedoch nach finanziellen Verlusten 1869 wieder aufgab.

1872 ließ er sich als freier Schriftsteller in Berlin nieder.
1884 wurde er Ehrenbürger von Hameln.
1904 erhielt er den Professorentitel.

Gestorben ist er am 3. Juni 1910 in Berlin-Charlottenburg.

“Das letzte Band”

Mit großer Freude möchten wir auf folgende Veranstaltung hinweisen:
Ab Donnerstag, 6. Mai, wird der Schauspieler und Theaterleiter Andreas Seyferth den Krapp in Samuel Becketts "Das letzte Band" spielen.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb bei der ersten Aufführungsreihe damals: "Seyferth zeigt seinen Krapp im intimen Rahmen des Theaters Viel Lärm um Nichts als verschrobenen, aber durchwegs menschlichen Eigenbrötler. Ein großartiges schauspielerisches Portrait, gezeichnet mit Liebe und nicht zuletzt dem unverzichtbaren Gespür für den subtilen Humor in Becketts Stück: Krapp als trauriger Clown. In ihrer unprätentiösen, äußerst aufmerksamen Inszenierung setzen Regisseur und Darsteller die zuweilen plakative Symbolik Becketts angenehm fein und leise auf die Bühne. "

Und wieder steht Andreas Seyferth, wie damals, in seinem Theater Viel Lärm um Nichts auf der Bühne. Und sicher hat er in den letzten Jahren an Größe auf der Bühne gewonnen. Dabei schrieb die Abendzeitung schon damals:
"Da sitzt nun der alte Mann an seinem Schreibtisch mit Schubladen voller Bananen und hört sich die Bänder an aus Zeiten, als er im Schilf eine Frau berührte und sicher war, eines Tages das Opus magnum, das zentrale literarische Werk, in die Welt zu setzen."
Und weiter: "Hochkonzentriert und die clownesken Elemente nur vage und verschmitzt andeutend verweisen Grundig und Seyferth auf den späteren, minimalistischen Beckett mit seinen fast meditativen Spielen jenseits von Zeit und Raum. "

Ein Abend, so brillant, dass man sich wünschte, das Stück würde nicht nur etwas mehr als eine Stunde dauern. Andreas Seyferth, Ziehsohn von Gert Fröbe, und Sohn des bekannten Schauspielers Wilfried Seyferth, in einer seiner Glanzrollen.

Vorstellungen sind am 6., 7., 8., 13., 14., 15., 20., 27., 28. & 29. Mai, sowie am 3., 4., 10., 11., 24. & 26. Juni, jeweils um 20.oo Uhr.
Karten können Sie auf der Internetseite des Theaters bestellen, oder telefonisch unter (089) 8 34 20 14.


-->

Search

Enter the query to search and hit enter.


Copyright © 2004–2009. All rights reserved.

RSS Feed. This blog is proudly powered by Wordpress and uses Modern Clix, a theme by Rodrigo Galindez.