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Das Programm von “Feuersnot”

Nun steht das Programm - nach einigen kleineren Verbesserungen - der letzten SommerNachtsLesung "Feuersnot", die am kommenden Sonntag, 1. August, im Theater VLUN in der Pasinger Fabrik in München statt findet:

Hermann von Lingg: Der Brand von Moskau
Theodor Fontane: John Maynard & Der Tower-Brand
Conrad Ferdinand Meyer: Die Füße im Feuer
Eduard Mörike: Der Feuerreiter
Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke

...
Gottfried Keller: Feuer-Idylle
Heinrich Heine: Belsazar
Emil Rittershaus: Lieder beim Brand

Die Texte finden Sie auch auf unserer Internetseite jo-art.de unter der Rubrik "Downloads" im Servicebereich.

Der Tower-Brand

Am kommenden Sonntag, in der SommerNachtsLesung "Feuersnot", präsentieren wir Ihnen das weniger bekannte Gedicht "Der Tower-Brand" von Theodor Fontane.
Die in dem Gedicht vorkommenden historischen Gestalten haben wie folgt mit dem Tower zu tun:

Heinrich VI. wurde am 20. Mai 1471 im Tower ermordet.
Lady Jane Grey wurde am 12. Februar 1554 im Tower hingerichtet.
Eduard V. von England (* 1470; † 1483?) und Richard of Shrewsbury, erster Herzog von York (* 1473; † 1483?) wurden 1483 in den Tower gebracht und vermutlich ebenda ermordet.
Anne Boleyn, die zweite Frau von Heinrich VIII., wurde am 19. Mai 1536 im Tower enthauptet.

Der Tower in London

Feuer!

Haben Sie "Die Glocke" von Schiller nur auswendig gelernt oder auch schon einmal rezitiert gehört.
Am kommenden Sonntag liest Stephan Joachim Balladen und Gedichte rund um das Thema Feuer. Feuer, das Städte vernichtet, Feuer, das als Folterinstrument benutzt wird, Feuer, das auf Schiffen, in Mühlen oder vielleicht auch im Herzen brennt.
An bekannten Werken steht noch auf dem Program: "Der Feuerreiter" von Mörike und "John Maynard" von Fontane. Aber auch unbekanntere Werke wie "Der Tower-Brand" oder "Die Füße im Feuer" sollen Sie als Zuhörer faszinieren.

Und mit dem Dichter von "Die Füße im Feuer" haben wir wieder einen neuen in unserem Programm: Conrad Ferdinand Meyer. Er wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich geboren. Er studierte Geschichte, Philologie und Malerei. Meyer starb 1898 in Kilchberg.

Der letzte Abend der Reihe SommerNachtsLesungen findet wieder im Theater VLUN in der Pasinger Fabrik in München statt. Beginn ist um 21.oo Uhr, das Ende gegen 22.oo Uhr.
Karten erhalten Sie auf unserer Internetseite jo-art.de.

Elektra

Heute liest der Sänger, Schauspieler und Sprecher Stephan Joachim Hugo von Hofmannsthals Tragödie in einem Aufzug "Elektra".
Das Schauspiel eignet sich besonders gut für eine Lesung, weil zeitgleich selten mehr als zwei Personen auf der Bühne miteinander agieren. Dadurch lässt sich beim Lesen leicht verdeutlichen, wer gerade wiedergegeben wird.
Der heute gelesene Text ist die bekannte Vorlage für das Libretto der gleichnamigen Oper von Richard Strauss.
Beginn der Lesung ist um 21.00 Uhr, das Ende gegen 22.15 Uhr. Karten erhalten Sie an der Abendkasse des Theaters VLUN in der Pasinger Fabrik ab 17.30 Uhr.

Die Sage vom Fliegenden Holländer

»Vor ihm sind tausend Jahre wie ein Tag,«
Spricht der Psalmist. Des Meeres Wellenschlag,
Die Athemzüge seines Rauschens sind,
Ob sie nun schleppend gehen, ob geschwind,
Ein Puls der langen, langen Erdenzeit,
Und sie ist nur ein Hauch der Ewigkeit,
Wo Sonnen glühen und zu Eis erkalten,
Die jüngsten Sterne winterwüst veralten.
Was Menschen raschen Wortes »ewig« nennen,
Wenn sie sich lieben, und wenn sie sich trennen,
Wieviel ist's länger, als die Blume blüht,
Die eines Sommermorgens Thau besprüht?
Landflüchtig ist der Mensch in der Natur,
Sein Leben währt, wenn's hoch kommt, siebzig Jahr,
Und wenn es herrlich, wenn es köstlich war,
So war es nichts, als Müh und Arbeit nur. *

So beginnt der Epilog der anrührenden und hochdramatischen Verserzählung "Der fliegende Holländer" von Julius Wolff, die den Anfang unserer Lesereihe SommerNachtsLesungen am kommenden Sonntag im Theater Viel Lärum um Nichts in München machen wird.
Sind Sie dabei, wenn Edzard seine über alles geliebte Frau vom Holländer Tyn van Straten erhält?
Und erleben Sie mit, wie die beiden sich ein Leben voller Liebe und Romantik auf einer Insel in der Nordsee aufbauen?
Zittern Sie mit, wenn Edzard seine Ingeborg, Wort haltend, zurück zum Kap der Guten Hoffnung bringt, um Sie dem Holländer zurück zu geben (warum erfahren Sie ebenfalls am Abend!)?
Und wenn Sie durch halten, erfahren Sie um kurz vor Mitternacht, nach zwei Pausen und viel Madeira, wie die Geschichte im Meer um das Kap der Guten Hoffnung seinen hochdramatischen und zutiefst bewegenden Ausgang nimmt.
Und wie die Sage vom Fliegenden Holländer entstand.

*Lesen Sie den ganzen Epilog als PDF-Datei(Öffnet sich in einem neuen Fenster).

“Alle Lust will Ewigkeit” verschoben

Dieser interessante Abend, der mit Tanz und Musik einer der Höhepunkte der diesjährigen SommerNachtsLesungen werden sollte, muss nun leider auf den Herbst verschoben werden. Die Tänzerin Anna Caviezel, die zusammen mit Stephan Joachim die Texte gestaltet hätte und außerdem in tänzerischen Dialog mit dem Sprecher getreten wäre, hat sich leider vor kurzem verletzt und muss nun bis nach dem Sommer pausieren.
Da der Abend gerade wegen der Lebendigkeit und der Neuheit dieser Konstellation so interessant ist, haben wir uns entschlossen, keine Kompromisse einzugehen, sondern ihn gleich auf den Herbst zu verschieben und ihn in die Reihe der Herbstlesungen einzugliedern.
Bitte informieren Sie sich auf unseren Seiten, hier oder auf jo-art.de, über die neuen Termine.
Die vier weiteren Lesungen im Theater Viel Lärm um Nichts finden wie geplant statt, und wir würden uns freuen, wenn wir Sie demnächst also bei uns begrüßen dürften.

Erste SommerNachtsLesung am 18. Juli

Unsere erste Lesung wird Sie mit einer der zahllosen Sagenvarianten über die Figur des "Fliegenden Holländers" bekannt machen. Julius Wolff hat in einer zweieinhalbstündigen Verserzählung alles hinein gebracht, was das Herz von Meeresliebhabern höher schlägen lässt: Liebe, Verrat, Opferbereitschaft und romantische Beschreibungen von Küstenlandschaften und Meeresfahrten, die bis ans Kap der guten Hoffnung führen.

Kurz nach der Fußballweltmeisterschaft, wird Ihnen das Kap Horn sicherlich so bekannt wie nie zuvor sein. Und vielleicht reizt es Sie zu erfahren, was schon vor Jahrhunderten für spannende Ereignisse dort statt gefunden haben.

Die Lesung beginnt um 21.oo Uhr und wird eine Pause haben. Während der Lesung erhalten Sie, zum Inhalt des Werkes passend, Madeira, der Sie in die richtige Stimmung für Seemannsgarn bringt.

Reservieren Sie hier rechtzeitig für diese Veranstaltung Ihre Karten, und informieren Sie sich über die weiteren Lesungen in der Reihe demnächst hier oder unter sommernachtslesungen.de.

Der fliegende Holländer von Julius Wolff

Jehanne von Orléans

Um die historische Figur der Johanna von Orléans ranken sich viele Geschichten und Mutmaßungen. Kaum eine Frauenfigur hat solch ein heldenmütiges Ansehen erlangt wie diese. Literarische Werke gibt es unzählige, Bühnenfassungen für Sprechtheater und Oper ebenso. Mehrere Verfilmungen haben Weltbekanntheit erreicht. Und immer wieder wird versucht sich der Charakterisierung der Johanna anzunehmen.

Auch das Ensemble von jo.art hat bereits 2004 mit Stefanie von Poser eine eigene Bühnenfassung kreiert, die eine Collage aus den Originalprozessakten, den Monologen von Schiller und Musik von Franz Liszt waren. Sie wurde eine der erfolgreichsten Produktionen, die wir seit Gründung hatten.

Nun beschäftigen wir uns erneut mit den Originaltexten der Prozesse von 1431 und 1450/52 und präsentieren Ihnen am 11. September eine Szenische Lesung in zwei Teilen an einem Abend. Mit erweiterter Pause und anschließendem Beisammensein wird die Veranstaltung der diesjährigen SommerNachtsLesungen von jo.art.

Der erste Teil beginnt um 19.oo Uhr als Lesung der Verurteilungsprozesse von 1431. Mehrere männliche Sprecher repräsentieren die Richter, die die Befragungen durchführten. Die Schauspielerin wird "in der Rolle" die inquisitorischen Fragen beantworten. Untermalt wird der Prozessverlauf mit Musik.

Anschließend können Sie in einer ungefähr eine Stunde dauernden Pause

Gespräche führen und Austausch pflegen. Bei einem Glas Wein oder Sekt (oder unalkoholischen Getränken) und ergänzt durch kleine Imbisse können Sie die Atmosphäre genießen und mit den Darstellern sprechen.

Der zweite Teil, der die Rehabilitationsprozesse der Jahre 1450 und 1452 wiedergibt, bringt den wahren Intrigenverlauf der Verurteilungsprozesse ans Licht und beleuchtet somit einen geschichtlichen Hintergrund, der vielen Menschen lange nicht so bekannt ist, wie die Verurteilung und Verbrennung  Johanna von Orléans.

Die Figur der Johanna taucht auch hier wieder auf: Diesmal verköpert von der Tänzerin Anna Caviezel.

Weitere Informationen und Karten erhalten Sie auf unserer Internetseite:
SNL.jo-art.de


Empfehlungen zum Thema:

Giovanna d'Arco
von Giuseppe Verdi am Gärtnerplatztheater in München

Wer war Johanna von Orléans?
Dokufilm (Frkr. '07) auf arte

Elektra

Sie können sich nicht entscheiden, ob Sie alle SommerNachtsLesungen dieses Jahres oder nur einzelne besuchen möchten?
Natürlich möchten wir Sie gerne zu allen überreden; aber vielleicht haben Sie bemerkt, dass wir in diesem Jahr wieder zwei Lesungen im Programm haben, die schon in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgenommen wurden.
Da wäre einmal Hugo von Hofmannsthals Tragödie "Elektra". Die Kritik damals war voll des Lobes:

Münchner Merkur (Freitag, 14. September 2007)

"Elektra" in der Pasinger Fabrik
Mitreißender Dialog über Rachepläne

Pasing - Erst leise, dann schreiend laut, mal aufwühlend mal beruhigend. Stephan Joachims Stimme bestimmt den Raum während der Lesung von Hugo von Hofmannsthals "Elektra" in der Pasinger Fabrik und gibt eindrucksvoll den zerrissenen Charakter der Protagonistin wieder. Es beginnt mit dem Monolog der Elektra, in dem sie über den Tod ihres Vaters Agamemnon trauert. Dieser wurde, nachdem er aus dem Trojanischen Krieg zurückgekehrt war, von seiner Frau Klytaimnestra und deren Geliebten Aegisth ermordet. Elektra ist ganz besessen von dem Verlangen, den Tod ihres geliebten Vaters zu rächen.

Stephan Joachim liest den größten Teil alleine, in dem Stück sprechen nie mehr als zwei Personen, somit ist gut verständlich, welchen Charakter er gerade wiedergibt. Nur zum Ende tauch sein Kollege Oliver Marc Gilfert in der Rolle des Aegisth auf. Joachim ist der künstlerische Leiter der Theatergruppe "jo.art". Er versucht Musikalisches mit dem Theater zu verbinden. "Aus diesem Grund beeindruckt mich 'Elektra', die Sprache ist sehr musikalisch. Es gibt sehr wenig Interpunktion", erklärt Joachim. Das Interessante an der Lesung solcher Stücke im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Inszenierung sei die Tatsache, dass man nicht proben müsse. "Ich werde auch von der Stimmung des Publikums beeinflusst", erklärt der Künstler. Er lasse es kommen, wie es kommt.

Einer Theateraufführung gleicht seine Vorstellung trotz alledem. Man darf nicht an langweilige Lesungen denken, in denen ein Autor seinen Text herrunterrattert. Vor allem in dem mitreißenden Dialog zwischen Elektra und ihrer Schwester Chrysothemis, in der Elektra versucht, sie von ihren Racheplänen zu überzeugen, kommt die Wandlungsfähigkeit des Vortragenden zum Ausdruck. Er ist, von einer auf die andere Sekunde, glaubhaft ein anderer Charakter. Die Schwester lehnt ab, sie will nichts mit den Mordgelüsten ihrer Verwandten zu tun haben. Doch schließlich kehrt Orest zurück. Der totgeglaubte Bruder Elektras, der nach dem Tod seines Vaters Zuflucht in Phokis gesucht hat, hilft seiner Schwester beim Mord an der eigenen Mutter und dem Stiefvater. Am Ende bleibt die Frage, was wichtiger ist: Den Vatertod zu sühnen oder durch diese Tat einen Anlass zu weiteren Racheakten zu geben.

Oliver Marc Gilfert, der zum Schluss als sterbender Aegisth auftritt, kennt die Rolle gut, er hat sie bereits vor fünf Jahren bei der Inszenierung des Stückes gespielt. Ohne aufwändiges Bühnenbild und Effekten wird diese Lesung zu einem interessanten Erlebnis.  ...

Der fliegende Holländer

Die Verserzählung stammt von dem deutschen Dichter Julius Wolff, der am 16. September 1834 in Quedlinburg geboren wurde.

Julius Wolff
Als Sohn eines Tuchfabrikanten besuchte er das Gymnasium in Quedlinburg. Es folgten Studium derJulius Wolff Philosophie und Wirtschaftswissenschaften in Berlin und mehreren Bildungsreisen. Danach übernahm er das Geschäft seines Vaters, das er jedoch nach finanziellen Verlusten 1869 wieder aufgab.

1872 ließ er sich als freier Schriftsteller in Berlin nieder.
1884 wurde er Ehrenbürger von Hameln.
1904 erhielt er den Professorentitel.

Gestorben ist er am 3. Juni 1910 in Berlin-Charlottenburg.


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